Motorradkauf

Wer sich ein Motorrad kauft, tut dies meist um lange Freude damit zu haben. Darum sollte diese Anschaffung genau und gut überlegt sein.

 

Bevor du zum Händler rennst, solltest du in etwa wissen, welche Art Motorrad für dich das richtige ist.

Im Prinzip gibt es nicht so viele Kategorien zweirädriger Motorräder: Strassenmotorräder, Chopper, Enduros sind die Hauptkategorien. 

Alle haben ihre Stärken und Schwächen. Du musst also vor allem wissen, wozu du dein Motorrad nutzen willst.

Überlege dir, ob du wirklich ein schweres Motorrad brauchst. Wer oft und gern auf kurvenreichen Strassen unterwegs ist, sollte sich keine Maschine anschaffen, die mehr als 300 Kilo auf die Waage bringt. 

 

Kosten: 

Denke nicht nur an den Kaufpreis des Motorrads. Es kommen noch weitere Auslagen dazu, insbesondere für Abgaben, Versicherung, Benzin und vor allem die Ausrüstung für den Fahrer. 

Erstelle am besten ein  Budget. 

 

Testfahrten: 

- Du solltest vor einem Kauf einige Maschinen testen. 

- Nicht nur die Art des Motorrads, sondern auch der Typ ist wichtig.

- Achte vor allem auf die für dich richtige Sitzposition und die Sitzhöhe. 

- Wenn du oft mit einer Begleitperson unterwegs bist, solltest du auch die Testfahrt unbedingt mit der Begleitung absolvieren. Denn auch diese muss sich auf dem Motorrad wohl fühlen.

- Wenn du glaubst das richtige Bike gefunden zu haben, empfiehlt es sich, ein solches Fahrzeug für ein Wochenende zu mieten, um es ausgiebig testen zu können.

 

Occasion-Motorrad

Occasionen bergen immer ein gewisses Risiko. Da man kein Kuckucksei erwischen will, empfiehlt sich der gründliche Test.

Vergleiche darum auch die Preise von Neufahrzeugen. Es kommt nicht selten vor, dass du dein Traumbike zu einem guten Preis bekommst.   

Bedenke aber, dass neben dem Bike auch die Ausrüstung für den Fahrer viel Geld verschlingen kann.

Wenn du dann vor deinem Wunschbike stehst, solltest du folgendes beachten:

 

1. Elektrik:

Kontrolliere den Zustand des Kabelbaumes. Stelle fest, ob die Batterie sowie sämtliche Teile des Elektrik-Kreislaufes wie Lampen, Sicherungen oder Blinker korrekt arbeiten.

 

2. Gabel:

Achte auf den Zustand der Gabelbrücken, von Stand- und Tauchrohren, um eventuelle Zeichen eines Unfalles feststellen zu können. Kontrolliere gleichzeitig, ob die Gabelbrücken korrekt festgeklemmt sind. Nimm hinter dem Lenker platz und drücke die Gabel kräftig nach unten. Die Gabel muss gleichmässig und ohne Knackgeräusche arbeiten. Prüfe auch, ob die Gabel-Simmerringe dicht sind.

 

3. Bremsen:

Stelle fest, wie stark die Bremsbeläge bereits verbraucht und ob die Hydrauliköl-Kreisläufe und ihre Anschlussstellen dicht sind. Fahre mit den Fingern über die Bremsscheiben, um Riefen oder gar Verformungen zu erkennen. Die Oberfläche der Scheiben muss rundum glatt sein.

4. Lenkung:

Stelle die Maschine auf den Zentralständer und entlaste das Vorderrad. Drehe den Lenker von rechts nach links - es darf keine «harte» Stelle geben. Druckstellen bedeuten mit Sicherheit einen Defekt im Lenkkopflager.

 

5. Rahmen:

Abgesplitterte Farbflächen, zusätzliche Schweissnähte und sichtbare Druckstellen sind untrügliche Zeichen für einen mehr oder weniger schlimmen Sturz oder Unfall. Kontrolliere die Nummern des Rahmens anhand des Fahrzeug-Ausweises. Prüfe auch, ob die Hinterradschwinge kein seitliches Spiel hat.

 

6. Hebel und Fussrasten:

Sturzspuren sind an Hebeln und Fussrasten im Normalfall gut sichtbar. Achte auch darauf, ob die Gummis der Rasten im Bezug auf die angegebene Gesamtkilometerzahl nicht zu stark abgenutzt sind.

 

7. Motor:

Prüfe den Motor mit Ohren und Augen. Halte Ausschau nach eventuellen Öllecks. Betrachte die Schrauben des Motors von ganz nahe. So kannst du erkennen, ob das Triebwerk bereits ein oder mehrere Male unsorgfältig geöffnet worden ist. Bitte den Verkäufer, den Motor laufen zu lassen, und achte auf verdächtige Geräusche. 

 

8. Hinterradfederung:

Stelle dich hinter dem Motorrad auf, und drücke kräftig auf den hinteren Teil der Sitzbank. Die Federung muss ohne Störungen progressiv eintauchen und wieder nach oben kommen. Achte auf mögliche Öllecks.


 

9. Räder und Felgen:

Zögere nicht, hinter dem Motorrad in die Knie zu gehen und die exakte Ausrichtung der beiden Räder zu überprüfen. Drehe die Räder, um eventuellen Felgenschlägen oder defekten Radlagern auf die Spur zu kommen. Kontrolliere die Felgen auf eventuelle Anzeichen eines Schlages. Prüfe bei Enduro-Motorrädern, die für leichten Geländeeinsatz tauglich sind, die Speichen auf festen Sitz; sie können bei harten Schlägen gelitten haben.

 

10. Kraftübertragung:

Prüfe den Zustand der Antriebskette (Spannung, Rollen, O-Ringe und Schloss) sowie das Antriebsritzel und den hinteren Zahnkranz. «Spitze» oder gar abgebrochene Zähne sind zu beanstanden. Bei Motorrädern mit Kardanwellenantrieb ist das Spiel des Kardans zu beachten. Bei Riemenantrieb ist unbedingt die Abnutzung und Auslängung des Riemens zu beachten. 
 

11. Auspuffanlage:

Die bei Stürzen sehr exponierten Auspuffanlagen sind auch sehr rostanfällig. Blasenwerfung im Chrom oder im eingefärbten Metall entlarven die Rostbildung. Wirf auch ein Auge in die hintere Auspufföffnung (nicht zu nah :-). Ein nasser, verölter Ausgang weist auf eine schlechte Vergaserabstimmung oder sogar auf verschlissene Kolbenringe hin - also auf ein Motorrad, das zu viel Öl verbraucht.

 

12. Reifen:

Auch der Zustand der Reifen kann den Preis eines Occasion-Motorrads beeinflussen. Prüfe, ob die Abnutzung des Profils noch nicht am Limit ist; die Tiefe sollte noch mindestens 1,5 bis 2 mm betragen. Achtung: Ungleichmässige Abnutzung auf den Reifenflanken deutet auf eine defekte Gabel oder eine «krumme» Schwinge.