Leder oder Textil?

 
Im Falle eines Sturzes kommt es vorrangig auf die Protektoren im Inneren des Kleidungsstücks an, wiegut die Aufprallenergie absorbiert wird. Im Falle eines Rutschens – leider beim Grossteil der Stürze inbegriffen – hat Leder aber den Vorteil, dass die Tierhaut extrem robust ist und oftmals nur Abschürfungen davon trägt während Textilbekleidung bei einem vergleichbaren Sturz in Fetzen liegt und nicht mehr verwendet werden kann.
Damit relativiert sich der höhere Preis des Leders und wenn du dich an Abschürfungen an deiner Lederkluft nicht stösst, solltest du unbedingt zu Lederbekleidung greifen. Ob es dabei Känguruh- oder Rindsleder sein sollte, ist vorrangig eine Kostenfrage. Der Gewichtsvorteil und die bessere Dehnbarkeit des Känguruhleders wird vergleichsweise teuer erkauft.
 
Dank neuartiger Technologien gibt es auch schon Textilien, die eine sehr hohe Abriebfestigkeit besitzen, gepaart mit extrem guter Funktionalität. Allerdings geht damit wieder der Preisvorteil gegenüber dem Leder verloren.
 
Grundsätzlich gilt natürlich, dass du dir überlegen musst, wie und wo du überhaupt mit dem Zweirad unterwegs sein wirst. Willst du es sehr sportlich angehen und sogar auf die Rennstrecke fahren, kommst du um ein Lederkombi ohnehin nicht herum. In Sachen Abriebfestigkeit und Schutzwirkung gibt es nichts Besseres. Der enge Sitz verhindert ausserdem, dass die Protektoren verrutschen. Der Nachteil vom Leder ist wiederum, dass es auf dem Motorrad weniger komfortabel zu tragen ist als Textilkleidung. Mit einer vernünftigen Membran ausgestattet übersteht diese dann auch noch Regengüsse ohne Komfortverlust – davon kann Leder (abgesehen von sündhaft teurem wasserdichtem Leder) nur träumen. Textilkleidung schränkt dich ausserdem weniger in deinen Bewegungen ein und trägt so zur aktiven Sicherheit bei.
 
Zweiteiler, egal ob aus Leder oder Textil, brauchen unbedingt einen stabilen Verbindungs-Reissverschluss, damit die Jacke bei einem Sturz nicht hoch rutscht und ihre Schutzwirkung verliert. Der Reissverschluss sollte ausserdem über eine möglichst lange Strecke um den Rumpf verlaufen - nicht nur ein paar Zentimeter im Bereich der Wirbelsäule - und fest mit dem Obermaterial, nicht etwa mit dem Futter vernäht sein. Noch stabiler sind natürlich Einteiler - da stellt sich aber wieder die Komfort-Frage.
 
Bei den Klima-Membranen gibt es mittlerweile eine sehr grosse Auswahl von mittelpreisig bis sehr teuer – günstig ist eine funktionierende Membrane in der Regel nicht. Einen besonderen Namen hat sich Gore-Tex gemacht, seit rund 20 Jahren kann man sich auf diese Membrane verlassen, seit einigen Jahren gibt es eben auch ein dichtes Lederlaminat. Insgesamt gibt es mittlerweile verschiedene Konstruktionen einer Klimamembran, die jeweils besondere Eigenschaften haben: Bei der Direkt-Beschichtung wird die Membran mit dem Aussenstoff verklebt. Bei der Z-Liner-Konstruktion hängt die Membran lose zwischen dem Gewebe. Und bei der Futterliner-Konstruktion wird die Membran mit dem Futter verklebt.